Zu Besuch In Deutschland: Bundeskongress des BVSS

30.09.2023

Ein Wochenende lang zusammen mit ca. 160 Stotternden aus ganz Deutschland verbringen. Wie kommt das zustande? Ende September fand der 49. Kongress Stottern & Selbsthilfe (kurz BuKo), organisiert von der deutschen Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V., in Mainz statt. Theresa, seit 2020 engagiertes Versta-Mitglied, ist aus der Schweiz angereist und in diese Welt eingetaucht.

Rahmenprogramm

In der Jugendherberge habe ich mich sofort sehr wohl und willkommen gefühlt, besonders weil mir die meisten Teilnehmenden mit einer grossen Offenheit begegnet sind. Kaum habe ich das Zimmer in der Jugi bezogen, kam ich schon ins Gespräch mit den beiden jungen Frauen, die das Zimmer mit mir teilten.
Das Programm war vielfältig: Geselliges Essen in der Jugi. Konzert von MKSM. Podiums-Beiträge und Diskussionen zu den Themen «Gemeinsam – Stottern – Gestalten» und «Stottern ins Rollen bringen – Stottern und Selbsthilfe im Wandel». Arbeitskreise (AK) zu verschiedenen, spannenden Themen: Improtheater, Austausch mit der internationalen Selbsthilfegruppe «Stamily», gemeinsamer Austausch über Sprechtechniken, … Das Rahmenprogramm hatte viel zu bieten und ich habe viel Inspiration für zuhause mitgenommen.

bild: theresa
bild: theresa

Wertvolle Begegnungen

Für mich war es sehr wertvoll, so viele spannende Begegnungen mit Menschen aus allen Ecken Deutschlands zu machen, die eine Vernetzung auch über Landesgrenzen hinaus ermöglicht. Häufig entwickelten sich tiefgründige und inspirierende Gespräche. Sich über das Thema Stottern auszutauschen, fiel mir in diesem Rahmen immer leichter. Besonders der offene Umgang mit dem Stottern hat mich sehr beeindruckt. Wir haben auch Gesellschaftsspiele gespielt und viel gelacht.

Umgang mit Stottern

So unterschiedlich und einzigartig die einzelnen Menschen sind, so ist auch ihr Umgang mit ihrem eigenen Stottern. Es war eindrücklich zu beobachten, wie ähnlich und unterschiedlich die Teilnehmenden mit ihrem eigenen Stottern umgehen. Einige investieren schon seit Jahren viel Zeit und engagieren sich mit Herzblut im Verein, andere sind das erste Mal mit dabei. Einige sprechen langsam und bedacht, andere entscheiden sich bewusst gegen den Gebrauch von Sprechtechniken. Zudem hat mich die herzliche und wertschätzende Haltung gegenüber allen Anwesenden beeindruckt: jede Person bekam den Raum und die Zeit, die sie brauchte und für sich einforderte.

Bleibende Erinnerungen

Es ist ein wunderschönes Gefühl, auf so viele Selbstbetroffenen aufs Mal zu treffen. Dieses Wochenende trägt definitiv dazu bei, dass bei mir einiges ins Rollen gebracht wurde – zum Beispiel die Motivation und das Interesse, das Stottern mehr unter die Leute zu bringen, aufzuklären, Verständnis für Betroffene zu schaffen. Und: ich möchte mehr für mich selbst einstehen und den Raum einfordern, den ich brauche – egal ob mit oder ohne Stottern. 

Bis zum nächsten Mal!

Den runden Geburtstag feiert der 50. Bundeskongress vom 3.-6. Oktober 2024 in Münster. Mehr Informationen finden Sie auf der Website des BVSS (www.bvss.de).